Mit der Familie auf die Straße – Elternzeit im Camper

Es ist soweit! Lange haben wir auf diesen Tag hin gefiebert und jetzt ist die Elternzeit endlich da. Die Nacht war unruhig. Unser Sohn war irgendwie wohl nochmal der Meinung, die Nacht zum Tag machen zu müssen. Fast so als wollte er uns sagen, überlegt es euch gut ob Ihr wirklich für die nächsten zwei Monate mit einem neun Monate alten Kind in einen 5,40m Kastenwagen ziehen wollt?

 

Camping Bus von innen

 

Ja wir wollen und weil wir unseren Kleinen mittlerweile schon ganz gut kennen wissen wir, dass es auch ihm gefallen wird. Für sein junges Alter ist er ein sehr aufgewecktes Kerlchen der kaum eine Sekunde verstreichen lässt, seine Umwelt zu erkunden. Jeder Raum wird robbend erkundet, an jedem Stuhl und jedem Couchtisch wird sich hochgezogen. Wie soll das erst im Bus werden? Platz zum Robben und Rumtoben? Mangelware. Naja solange das Wetter mitspielt passt alles, dann sind wir eh draußen. Nur leider war das Wetter diesen Sommer eher zum Davonlaufen. Und wir haben uns auch noch ausgerechnet England als unser erstes Reiseziel ausgesucht. England! Quasi der Platzhalter für gutes Wetter in Europa. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt und die letzten Jahre haben gezeigt, dass der wahre Sommer eigentlich immer erst im September losging. So wird es dieses Jahr bestimmt auch.

Über England nach Nordpsanien

Unser ‘Dicker‘ parkt draußen. Über Nacht hat er nochmal ordentlich Saft aus der Steckdose bekommen. Bislang musste er nur für Kurztrips zum Kiten und Wellenreiten ans Meer herhalten. Die nächsten zwei Monate werden für ihn seine erste richtig große Tour. Nach Cornwall soll es für drei Wochen gehen. Anschließend von dort weiter mit der Fähre von Plymouth nach Santander in Nordspanien. Und wenn alles gut läuft, dann schaffen wir es auch noch bis Galizien. Da Britta und ich beide Wasserratten sind, beschränkt sich die Destinationswahl oftmals auf die üblichen verdächtigen Länder am Atlantik. Aber dieser Elnternzeit-Trip soll auch Neues bringen und die Tour mit Fähre von England nach Spanien hatte ich schon lange im Kopf. Macht man ja nicht alle Tage.

Noch schnell Ölstand und Wasserstand prüfen und in den Klamottenschrank ein Zwischenfach einbauen, damit mehr Ablagefläche entsteht. Kann man gut gebrauchen bei dem ganzen Geraffel. Ein letzter Gang ums Auto und ich muss zugeben, es beschleicht mich ein gewisser innerlicher Stolz. Die letzten knapp zwei Jahre haben Britta und ich mehr an ihm gebastelt als dass wir mit ihm unterwegs waren. Unzählige Stunden in denen wir ihn bis in die letzte Ecke auf unsere Bedürfnisse optimiert haben. Jetzt hat er einen Zustand erreicht, bei dem so mancher sagen würde er sei fertig. Ich persönlich glaube, ein Camper ist nie fertig aber für den Moment gibt’s zumindest nichts Besonderes mehr an Arbeiten die ich für dringlich erachte.

 

Mercedes Sprinter Camper

 

Unsere Wohnung haben wir für die nächsten Wochen über AirBnB untervermietet. Die laufenden Kosten sind damit auf ein Minimum gesenkt. Es kann also losgehen! Wir verabschieden uns von unseren Schwiegereltern. Diese sind, wer kann es Ihnen verdenken, nicht ganz so euphorisch über unsere Tour. Nur dagegen gestimmt haben Sie zum Glück auch nicht.

Der Wurm sitzt mit einem Grinsen im Gesicht in seinem neuen Kindersitz, den wir extra noch schnell für die Reise besorgt haben. Die Sonne scheint und wir haben sogar kurze Hosen an. Für morgen sind 32 Grad angesagt. Sag ich doch, läuft! Dann gleitet der Zündschlüssel ins Schloss und das vertraute Dieselmotorgeräusch ertönt. Die rechte Hand legt den ersten Gang ein, die linke Hand winkt aus dem Fenster. Endlich Elternzeit, wir rollen! Unser gemeinsames Abenteuer auf das wir 9 Monate hin gefiebert haben beginnt! Und damit auch dieser Blog.

 

 

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