The Eden Project – das größte Gewächshaus der Welt

Wir sind in Cornwall angekommen, um genau zu sein in Newquay. Diese Kleinstadt mit seinem weltbekannten Surfstrand Fistral Beach gilt als der Hotspot des Wellenreitens in England. Vor 10 Jahren habe ich hier einmal ein Praktikum gemacht. Damals habe ich diesen Ort sogar als inoffizielle ‘Surf-Capital‘ von Europa kennengelernt. Der Glanz dieser Ära ist heute allerdings etwas verblasst. Die Partytouristen haben Überhand gewonnen. Dennoch zählen die Strände von Newquay noch immer zu den schönsten in Cornwall. Und obwohl die Surfbedingungen nach wie vor unverändert gut sind ziehen wir zum Campen lieber ein Stück weiter die Küste hoch, nach Watergate Bay. Dieser Strand steht den Stränden von Newquay um nichts nach, ist aber etwas relaxter.

 

Surfer im Wasser in Newquay, UK

 

Auf unserem Campingplatz The View herrschen nicht gerade tropische Temperaturen am nächsten Morgen, obwohl der Sprühregen auch fast als Tropenfeuchte durchgehen könnte. The View wiederum hält was er verspricht, denn einen atemberaubenden Blick auf Watergate Bay hat man von hier allemal – zumindest wenn das andauernde „British Nieselwetter“ einem einen Blick ermöglicht.

Ein Stückchen Tropen im kalten England

Wir haben keine Lust mit unserem Kleinen den ganzen Tag auf 5,40m im Camper zu hocken. Daher müssen Alternativen her, wir beschließen wir brauchen Wärme! Die Wärme die uns auf unserem nächsten Stop in Spanien ganz sicher erwartet, liegt noch mehr als eine Woche entfernt, das halten wir nicht aus. Hier in der Nähe soll es auch tropische Verhältnisse geben, und diese sogar noch für einen guten Zweck. Näheres erfahren wir, als wir ca. 45min später in der Nähe von St. Austell beim Eden Project ankommen. Man nehme ein grünes bewaldetes Tal, in dem mehrere Plastikkuppeln abwechselnd im Nieselregen und zeitweise auch in der Sonne oder beidem gleichzeitig glänzen. Mit ein wenig Nachhilfe für Mutter Natur durch Vater Technik entsteht so die perfekte Vegetationssimulation. Der Anblick von außen ist zumindest schon mal ziemlich beeindruckend.

 

Gewächshäuser

 

Das Eden Project sind derzeit die größten Gewächshäuser der Welt und damit auch eine der bedeutenden Sehenswürdigkeiten Südenglands! In den zwei riesigen Gewächshäusern werden die mediterrane sowie tropische Vegetationsform simuliert. Wir können so miterleben und lernen wie Regen und das Wetter entstehen und welche Rolle dabei beispielsweise die Regenwälder spielen. Ebenfalls findet man Ableger sämtlicher Frucht- und Obstsorten ob Auberginen, Melonen, Chillies bis zu Cashewnüssen und sieht wie diese wachsen. Ziemlich interessant.

Ein richtig angenehmes Ambiente wird im Mediterranen Haus durch passende Livemusik von einem Singer/Songwriter erzeugt. Ziemlich gutes Konzept was sich die Betreiber da haben einfallen lassen. Und als wir rüber ins Tropenhaus gehen ist uns auch endlich warm. Mehr als warm um genau zu sein.

Alles in allem also gut investierte 27,50 Pfund pro Person. Kein Schnapper aber immerhin für einen guten Zweck. Macht man ja gerne. Das Projekt will dazu beitragen, den Menschen die Bedeutung der Pflanzen und ihre Beziehung näherzubringen, um durch Aufklärung die Zerstörung der Umwelt aufzuhalten und so ihren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Es klingt vielleicht etwas hippiemässig, aber nach unserem Besuch denken wir, dass es solch ein Engagement eigentlich viel öfter bräuchte.

 

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